Lieferantenbeziehungen

Als Großunternehmen unterhalten wir Geschäftsbeziehungen zu mehr als 600 Lieferanten und Dienstleistern. Allein das Volumen unserer extern beschafften Non-IT-Produkte (wie Büromaterial, Prospekte, Filialausstattung, Reinigungsprodukte oder Werbegeschenke sowie Dienstleistungen) belief sich im Jahr 2010 auf ca. 58 Millionen Euro (ohne Marketingaufwendungen). Der Wert eingekaufter EDV-Produkte (Hardware, Software, externe Dienstleistungen) lag bei ca. 190 Millionen Euro. Mit unseren bankweit gültigen Einkaufsstandards und einem systematischen Bewertungsprozess bei der Lieferantenauswahl stellen wir sicher, dass im Einkauf nachhaltige Kriterien berücksichtigt werden. Durch die neu eingeführte Zentralisierung des Einkaufs ist eine umfassende Einhaltung der Nachhaltigkeitsrichtlinien gewährleistet.

Einkaufsstandards

Für den Einkauf von Non-IT-Produkten gelten seit dem Jahr 2007 die in der Arbeitsanweisung „Nachhaltige Beschaffungen und Auftragsvergaben" festgelegten Kriterien. Für IT-Produkte sind die Beschaffungskriterien in den Strategiepapieren für die einzelnen Produktkategorien – den sogenannten Warengruppenstrategien – verankert.

Durch diese bankweit gültigen Standards gewährleisten wir, dass bei allen Investitionsentscheidungen Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigt werden und bei mehreren gleichwertigen Produktalternativen die unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten beste ausgewählt wird. Auf diese Weise stellen wir einerseits sicher, dass die von uns verwendeten Produkte in Herstellung und Gebrauch möglichst hohen Nachhaltigkeitsstandards genügen. Andererseits fördern wir damit auch umweltbewusstes und soziales Denken und Handeln unserer Geschäftspartner.

Jeder Lieferant muss die „Nachhaltigkeitsvereinbarung für Lieferanten der LBBW" unterzeichnen. Die Vereinbarung verpflichtet ihn zur Einhaltung der für uns wesentlichen ökologischen und sozialen Kriterien. Ein Verstoß gegen die in der Nachhaltigkeitsvereinbarung festgelegten Sozialstandards (z.B. Ausschluss von Menschenrechtsverletzungen wie Kinderarbeit) muss jeder Lieferant als außerordentlichen Kündigungsgrund akzeptieren.

Lieferantenassessment

Grundlage unserer Lieferantenauswahl und -bewertung ist die Lieferantenselbstauskunft. Dieser Fragebogen, der auch allgemeine Fragen zu Nachhaltigkeitsthemen beinhaltet, ist auf der LBBW-Beschaffungsseite  www.LBBW.de/Einkauf » im Internet hinterlegt. Die Nachhaltigkeitsfragen beziehen sich auf die Umweltfreundlichkeit des Unternehmens, seine Produktionsprozesse, die Produkte, den Umgang mit Mitarbeitern sowie gegebenenfalls mit Zulieferern im Ausland.

Die Lieferantenselbstauskunft beinhaltet zudem Fragen zu einzelnen Produktkategorien. Beim Einkauf von IT-Hardware beispielsweise fragen wir nach dem Stromverbrauch eines Geräts und bevorzugen jene Produkte, die sich durch einen niedrigeren Stromverbrauch auszeichnen.  

Grundsätzlich beschaffen wir keine Produkte, die aus Tropenholz, in Kinderarbeit bzw. unter menschenunwürdigen oder unfairen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden. Neben diesen grundsätzlichen K.-o.-Kriterien gelten für einzelne Produktgruppen spezifische Ausschlusskriterien. So dürfen beispielsweise keine Büromöbel mit Gesamtemissionen von mehr als 300 μg/m3 TVOC (für „Total Volatile Organic Compounds", also die Summe der flüchtigen organischen Verbindungen) eingekauft werden.   

Ein wichtiges Auswahlkriterium für uns ist zudem die Herkunft eines Produktes: Um die Transportwege zu minimieren und die regionale Wirtschaft zu stärken, bevorzugen wir Lieferanten aus Baden-Württemberg und unseren anderen Kerngeschäftsgebieten. Aktuell machen wir bereits mehr als 80% unseres Non-IT-Einkaufsumsatzes mit Lieferanten aus diesen Kerngeschäftsgebieten.

Dienstleister- und Lieferantenauswahl bei Tochtergesellschaften

Für unsere Dienstleistungsverträge im Bereich des Immobilienmanagements haben wir eine spezielle Nachhaltigkeitsklausel entwickelt. Sie verpflichtet Dienstleister unter anderem, alle gültigen umweltrelevanten Bestimmungen einzuhalten und für eine ausreichende Schulung der eigenen Mitarbeiter in Sachen Nachhaltigkeit zu sorgen. Reinigungsfirmen versehen wir mit einem Katalog der in unseren Häusern zugelassenen umweltfreundlichen Reinigungsmittel. Jeder Auftragnehmer muss jedes Jahr eine Übersicht über Art und Umfang der von ihm verwendeten Reinigungsmittel vorlegen.

Unsere Tochtergesellschaft GastroEvent GmbH bevorzugt bei ihrer Lieferantenauswahl kleine, regionale Anbieter. Großer Wert wird in unseren Kantinen auf die saisonale Ausrichtung des Speiseplans gelegt. Unsere Betriebsrestaurants „Pariser Platz” sowie „Am Hauptbahnhof” (mit jeweils ca. 2.000 Essen pro Tag) sind biozertifiziert und bieten regelmäßig Gerichte mit Zutaten aus biologischem Anbau. Der verwendete Kaffee ist biozertifiziert und stammt aus fairem Handel (Bio- und Fairtrade-Label).  

Nachhaltige Baumaterialien

Dezidierte vertragliche Auflagen gelten auch für Baumaßnahmen im Auftrag der LBBW. So dürfen beispielsweise keine FCKW zum Einsatz kommen, ebenso wenig Stoffe, für deren Herstellung FCKW verwendet wurde. Die Verwendung von Tropenhölzern ist ebenso untersagt. Einige Baumaterialien, bestimmte Holzschutzmittel und organische Lösungsmittel dürfen nur mit ausdrücklicher Genehmigung in Bauprodukten enthalten sein. Bei Ausschreibungen durch die BW Immobilien GmbH werden weitere umfangreiche Vorgaben in Bezug auf die Baumaterialien beigefügt.

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Nachhaltigkeitsbericht 2011

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