Was für viele beim Aktienkauf zählt, interessiert auch immer mehr Rentenanleger: Die Geldanlage nach Kriterien wie Umweltschutz, sozialen Zielen und Standards guter Führung.
Immer mehr Investoren lassen sich bei der Auswahl ihrer Anlageziele nicht mehr nur von Chance und Risiko leiten, sondern auch von ethischen Motiven. Ökologische Aspekte, soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit – auch im Umgang mit finanziellen Ressourcen – avancieren zum Leitmotiv der Geldanlage, zeigt das „Vermögensbarometer 2011“, eine repräsentative Befragung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands unter über 2000 Verbrauchern. So zeigt sich jeder dritte Deutsche offen für nachhaltige Geldanlagen, insbesondere einkommensstarke Personen mit einem monatlichen Nettoeinkommen von über 2.500 Euro (46%). Und jeder zweite Deutsche ist sogar bereit, auf eine höhere Rendite zu verzichten, wenn im Ausgleich dafür die nachhaltigen Aspekte bei einer Anlageform im Vordergrund stehen.
Weil das so ist, gewinnen sogenannte Socially Responsible Investments oder Sustainable and Responsible Investments (SRI) immer mehr Anhänger. Zunächst waren SRI-Produkte in der Regel Aktienfonds. Doch zuletzt sind auch verstärkt Rentenfonds auf den Markt gekommen, die nach SRI-Kriterien investieren. In den vergangenen drei Jahren stieg die Zahl der SRI-Rentenfonds um die Hälfte, von 36 auf 55. Das Volumen, das Anleger dort investiert hatten, verdoppelte sich im selben Zeitraum nahezu von 3,3 auf 6 Milliarden Euro, wie Daten des Sustainable Business Institutes (SBI) belegen.
Auch der europäische Dachverband für nachhaltige Investments, Eurosif (European Sustainable Investment Forum), vermeldet ein stark steigendes Interesse an SRI-konformen Geldanlagen. Zum SRI-Markt rechnet Eurosif alle ethischen, verantwortlichen, nachhaltigen Investments sowie weitere Anlagekonzepte, bei denen Umweltschutz, soziale Ziele und Standards guter Unternehmensführung berücksichtig sind – und zwar über gesetzliche Zwänge hinaus.
Zum Kern-SRI-Markt zählt Eurosif erstens Investoren mit mindestens drei festen ethischen Ausschlusskriterien: Waffenhandel, Kinderarbeit und Kartellverstöße. Zweitens solche, die bei der Anlage auf die nachhaltigsten Unternehmen einer Branche oder ganz auf Nachhaltigkeitsthemen, wie Umweltschutz, setzen. Und drittens Anleger, die Ausschlusskriterien und positive SRI-Auswahl kombinieren. Zum erweiterten SRI-Markt gehört für Eurosif auch, wer bei Anlageentscheidungen grundsätzlich SRI-Kriterien einbezieht und sich im Dialog mit Unternehmen dafür engagiert, also etwa auf Hauptversammlungen für entsprechende Ziele stimmt.
Insgesamt waren in Europa laut Eurosif Ende 2009 fünf Billionen Euro nach SRI-Kriterien investiert. Das waren 87 Prozent mehr als zwei Jahre zuvor. Bemerkenswert ist auch hier die Verlagerung bei den Anlageklassen: 53 Prozent der SRI-Gelder steckten zuletzt in Rententiteln – Festverzinsliche sind damit inzwischen klar die Anlagefavoriten der Nachhaltigkeitsinvestoren.
Weil die Nachfrage nach ökologisch, ethisch und sozial korrekten Investments auf der Rentenseite auch bei Privatanlegern stark gestiegen ist, hat die LBBW Asset Management einen ursprünglich rein institutionellen Fonds geöffnet, der sich an genau solchen Maßstäben orientiert. Im März 2010 wurde der „LBBW Nachhaltigkeit Renten “ auch für Privatinvestoren zugänglich und ist somit für jedermann zu kaufen. Der Fonds legt das Kapital der Investoren nur in solche Staatsanleihen, Pfandbriefe und Unternehmensanleihen an, die strengen Nachhaltigkeitskriterien in Bezug auf Klimawandel, Ressourcenknappheit und Corporate Governance genügen.
Der Auswahlprozess erfordert spezielles Know-how, wie Co-Fondsmanagerin Melanie Specht erklärt. „Neben der Bewertung von Unternehmen oder Pfandbrief-Emittenten kommt bei dem Fonds „,LBBW Nachhaltigkeit Renten“’ noch die Einschätzung der Nachhaltigkeitsleistung von Staaten hinzu. Dafür gelten natürlich andere Kriterien als bei Unternehmen." Die LBBW Asset Management vertraut daher auf die Expertise der erfahrenen Ratingagentur oekom research, die sich neben Bewertung von Unternehmen auch auf die Analyse von Staaten spezialisiert hat. Gemäß den Methoden von oekom research verfolgt die LBBW Asset Management ein zweistufiges Verfahren bei der Auswahl. Es beginnt mit einem Katalog fester Ausschusskriterien. Dieses Negativ-Screening verbietet bei Staatsanleihen zum Beispiel die Anlage in autoritäre Regime, in Länder, die Menschen- oder Arbeitsrechte massiv verletzen, die Kinderarbeit zulassen, in korrupte Staaten oder auch in solche mit einem extrem hohen Rüstungsbudget.
Unter den Investitionszielen, die diesen Filter durchlaufen haben, folgt dann die Anlageentscheidung nach dem „Best-In-Class“-Prinzip: Das Geld fließt vorzugsweise dorthin, wo überdurchschnittliche SRI-Ergebnisse erzielt werden. Dazu prüft und vergleicht die oekom research AG das Abschneiden bei über 200 sozialen und ökologischen Kriterien. „Für Anleger heißt das im Ergebnis, dass ein nachhaltiger Rentenfonds ihnen eine doppelte Rendite bietet. Einerseits können sie marktgerechte Zinserträge erwarten, andererseits können sie durch ihre Geldanlage eine gesellschaftliche Rendite erzielen, indem sie durch ihr Verhalten nachhaltige Akteure am Kapitalmarkt belohnen“, erklärt Specht.
Zukunftssparen: Garantierte Zinsen mit sozialer Verantwortung

Zum Weltspartag 2011 bot die BW-Bank ihren Kunden eine attraktive Alternative im Bereich nachhaltige Geldanlage – ganz ohne Verlustrisiken: Wer im Aktionszeitraum in den BW ZukunftsSparbrief investierte, konnte aktiv den nachhaltigen Umbau der Energiewirtschaft fördern.
Das Produkt hat eine feste Laufzeit von 13 Monaten und bietet eine garantierte Verzinsung von 2,00 % p.a. Mit Hilfe des dort investierten Kapitals fördert die BW-Bank Projekte wie Wind- und Solarparks sowie Wasserkraftwerke deutscher oder anderer europäischer Betreiber. Da ein Investment in den BW ZukunftsSparbrief bereits ab 2.000 Euro Anlagevolumen möglich war, konnte ein großer Kundenkreis angesprochen werden.
Weitere Basisartikel zur nachhaltigen Geldanlage, hier auf der Seite:
nachhaltigkeit.lbbw.de/aktuelles/rendite-mit-gutem-gewissen.html
European Sustainable Investment Forum
www.eurosif.org
Forum Nachhaltige Geldanlagen (deutscher Partner bei Eurosif)
www.forum-ng.de
UN Principles for Responsible Investment (UN PRI)
http://www.unpri.org/principles/
United Nations Environment Programme Finance Initiative (UNEP FI):
Die Finanzinitiative des UN-Umweltprogramms befasst sich mit der Frage, nach welchen Faktoren Manager und Investoren SRI-Bemühungen bewerten sollen
www.unepfi.org
Global Reporting Initiative:
Die GRI will weltweite Standards zur transparenten Unternehmensberichterstattung durchsetzen
www.globalreporting.org
